Farbenlehre für Mode - Was Sie über Farben in der Mode wissen sollten
Mode ohne Farbe wäre undenkbar. Möchten Sie Mode verstehen und beherrschen, ist es ein wichtiger Schritt, sich mit der Farbenlehre für Mode auseinanderzusetzen. Farbe ist ein essenzieller Teil für alle Mode-Ziele, die Sie umsetzen möchten:

  • Die Farben, die Sie tragen, bestimmten Ihren Stil und Ihre Wirkung maßgeblich mit.
  • Mit Farben können Sie Ihre Figur schlanker aussehen lassen oder proportional ausgeglichener stylen.
  • Um harmonische Outfits zusammenzustellen, müssen Sie wissen, wie Sie Farben passend kombinieren.
  • Schließlich ist es klug, auch beim Aufbau Ihres perfekten Kleiderschranks auf die farbliche Zusammenstellung Ihrer Garderobe zu achten – nur so haben Sie genügend Kombinationsmöglichkeiten für jeden Anlass in Ihrem Leben und können das Potenzial Ihrer Kleidung voll ausschöpfen.

Sie sehen: Was auch immer Sie modisch vorhaben, Farben sind ein wichtiger Teil davon.

Daher spielen Farben auch in jedem Kurs der Modeflüsterin-Fashion-Formel eine bedeutende Rolle: in der Stil-Formel, der Figur-Formel, der Outfit-Formel und der Kleiderschrank-Formel.

In diesem Beitrag habe ich für Sie das Grundlagenwissen zusammengetragen, das Sie für Ihre modische Entwicklung benötigen. Daraus ist die „Kleine Farbenlehre für Mode“ entstanden. Diese wird hier in vier Teilen veröffentlicht:

Parallel dazu gibt es im Modeflüsterin-Club den Fashion-Impuls „Farbenspiele“, in dem Sie zu Ihren persönlichen modischen Farb-Experimenten angeregt werden.

Kleine Farbenlehre für Mode - Teil 1: Farbkreis und Farb-Eigenschaften

Der Farbkreis und die wichtigsten Farb-Eigenschaften

Es gibt unzählige Farben und Schattierungen. Da macht es Sinn, zuallererst einmal Ordnung in die Vielfalt zu bringen.

Wie die Farbenlehre für Mode und Kunst entstand

Um eine Ordnung und Systematisierung von Farben bemühten sich schon recht früh bedeutende Künstler: Allen voran beschäftige sich Johann Wolfgang von Goethe schon vor rund 200 Jahren damit, die subjektive Wirkung von Farben und ihre Grundprinzipien zu untersuchen.

Aus seinen Überlegungen, wie Farben erzeugt und gemischt werden, entstand der erste Farbkreis. Bereits damals wurde zusätzlich zu den rein physikalischen Eigenschaften der Farben auch deren „sittlich-sinnliche“ Wirkung untersucht – der Anfang dessen, was wir heute Farbpsychologie nennen.

Danach waren es vor allem namhafte Maler, die sich intensiv mit der Farbenlehre auseinandersetzten: Leonardo da Vinci, Adolf Hölzel, Marc Chagall und Georges Seurat – um nur einige zu nennen.

Der Farbkreis nach Johannes Itten

Schließlich war es der Schweizer Kunstpädagoge und Maler Johannes Itten, der während seiner Lehrtätigkeit am Bauhaus in Weimar (1919 bis 1923) einen Farbkreis erschuf, mit dem bis heute in vielen Bereichen gearbeitet wird – nicht nur im Kunstunterricht.

Der Farbkreis nach Itten ist das grundlegende System zur Ordnung der Farben, das sich bis heute durchgesetzt hat.

Der Farbkreis besteht aus Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben in einer ganz bestimmten Anordnung. Diese hat mit der Entstehung der Farben durch die Mischung verschiedener Farbtöne zu tun.

Farbkreis nach Itten - Grundalge für Farbenlehre für Mode

Der Farbkreis nach Johannes Itten besteht aus den Primärfarben Gelb, Rot und Blau. Aus diesen lassen sich alle weiteren Farben mischen. Aus jeweils zwei Primärfarben ergeben sich die Sekundärfarben Orange, Grün und Violett. Aus jeweils einer Primär- und einer Sekundärfarbe ergeben sich die sechs Tertiärfarben.

Primärfarben: Blau, Rot, Gelb

Die reinen Farben Blau, Rot und Gelb lassen sich nicht durch Mischung von anderen Farben herstellen. Vielmehr lassen sich alle anderen Farben durch eine individuelle Mischung dieser drei Farben herstellen. Sie werden daher Primärfarben genannt.

Durch die Primärfarben wird der Farbkreis gleichmäßig in drei Teile aufgeteilt.

Sekundärfarben: Violett, Orange, Grün

Die Farben, die aus einer Mischung der Primärfarben Blau, Rot und Gelb entstehen, werden Sekundärfarben genannt.

  • Aus Blau und Rot ergibt sich Violett.
  • Aus Rot und Gelb ergibt sich Orange.
  • Aus Gelb und Blau ergibt sich Grün.

Diese Sekundärfarben sind daher auf dem Farbkreis jeweils mittig zwischen ihren relevanten Primärfarben angesiedelt, aus deren Mischung sie sich ergeben.

Tertiärfarben: Die Mischungen aus einer Primär- und einer Sekundärfarbe

Nach obiger Aufteilung des Farbkreises mit Primär- und Sekundärfarben würden nun auf dem Farbkreis jeweils eine Primärfarbe und eine Sekundärfarbe nebeneinanderliegen. Aber auch aus diesen „Farb-Nachbarn“ lassen sich weitere Mischungen erzeugen: die Tertiärfarben.

Tertiärfarben entstehen aus einer Mischung zwischen einer Primär- und einer Sekundärfarbe.

Tertiärfarben schieben sich folglich auf dem Farbkreis zwischen die jeweilige Primär- und Sekundärfarbe, aus deren Mischung sie entstehen.

  • Aus Rot und Orange ergibt sich Orangerot.
  • Aus Orange und Gelb ergibt sich Orangegelb.
  • Aus Gelb und Grün ergibt sich Gelbgrün.
  • Aus Grün und Blau ergibt sich Blaugrün.
  • Aus Blau und Violett ergibt sich Lila.
  • Aus Violett und Rot ergibt sich Rotviolett.

Mit diesen 12 Farben ist der Farbkreis komplett. Die Farbnuancen entwickeln sich nun relativ gleichmäßig von Blau über Rot und Gelb wieder zu Blau und nehmen dabei jeweils Sekundär- und Tertiärfarben ein, die entweder eher bläulich, rötlich oder gelblich sind.

Das Prinzip ließe sich nun nahezu unendlich weiter fortsetzen, um weitere Farbnuancen zu erzeugen. Denn jedes Mal, wenn zwei nebeneinanderliegende Farben ein weiteres Mal gemischt werden, entsteht ein neuer Farbton, der sich auf dem Farbkreis zwischen die beiden Nachbarfarben schiebt.

Können Sie das Prinzip erkennen?

Komplementärfarben: Das farbliche Gegenüber

Komplementärfarben nennt man diejenigen Farben, die sich auf dem Farbkreis gegenüber liegen.

Also Blau und Orange, Rot und Grün sowie Gelb und Violett. Oder eben jedes andere Farbenpaar von Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben, das sich exakt gegenüber liegt. Zwischen Komplementärfarben entsteht folglich der größte farbliche Kontrast.

Analoge Farben: Der farbliche Nachbar

Das Gegenüber ist das eine, der unmittelbare Farb-Nachbar das andere.

Farben, die auf dem Farbkreis nebeneinander liegen, werden analoge Farben genannt.

Auch diese werden im weiteren Verlauf noch eine bedeutende modische Rolle spielen.

Der Farbkreis und die Anordnung der Farben darauf ist das wichtigste Grundlagenwissen, das Sie für den Einsatz von Farben in der Mode mitbringen sollten: Diese Kenntnisse sind entscheidend dafür zu beurteilen, welche Farben Ihnen stehen, wie Sie in Farben wirken, wie Sie Farben dazu nutzen können, schlanker auszusehen und bei der späteren Überlegung, welche Farben zusammenpassen.

Die physikalischen Eigenschaften von Farben

Nun wissen Sie, wie die Farben durch eine Mischung von Blau, Rot und Gelb entstehen. Aber welche Eigenschaften haben diese Farben, die für Ihr modisches Leben wichtig sind?

Dabei gibt es sowohl physikalische wie psychologische Kriterien, die Sie betrachten können.

Zu den wichtigsten physikalischen Eigenschaften von Farben gehören:

  • Die Temperatur der Farbe
  • Die Sättigung der Farbe
  • Die Helligkeit der Farbe

Die Temperatur der Farbe

Den Farben werden unterschiedliche Temperaturen zugeordnet. Dies liegt in ihrer Wahrnehmung begründet. Wir assoziieren Blau mit der Kühle des Wassers, Rot mit der Hitze des Feuers, Gelb mit der Wärme der Sonne und Grün mit dem kühlendem Schatten der Bäume. Entsprechend werden die Farben als eher warm oder eher kühl bezeichnet.

Die warmen Farben sind Orange- und Gelb-Töne, zu den kühlen Farben gehören die Blau- und Grünblau-Töne. Alles dazwischen ist eher bläulich oder eher gelblich und daher eher kühler oder wärmer.

Rot und Grün können jeweils mehr gelbliche oder bläuliche Anteile in sich tragen und tendieren somit in unterschiedlichen Mischungen eher zur kühleren oder wärmeren Seite des Farbkreises.

Allerdings bin ich – entgegen der „reinen Lehre“ und basierend auf meiner Erfahrung als Künstlerin – der Auffassung, dass es bei jeder Farbe eine wärmere und eine kühlere Variante gibt. Das gilt sogar für heißes Rot, warmes Gelb und kaltes Blau.

Kühle und warme Farben in der Farbenlehre für Mode

Auch wenn Lila, Blau und Grün zu den kühlen und Rot, Orange und Gelb zu den warmen Farben zählen, so gibt es im Prinzip für jede Farbe eine wärmere und eine kühlere Version: Mit Zugabe von Gelb werden die Farben wärmer, mit Zugabe von Blau etwas kühler. Im Bild oben wandeln sich die Farben von links nach rechts von einer kühleren zu einer wärmeren Version. Dabei verändert sich der Farbton leicht. Die rechte Spalte stellt noch einmal die kühlste und die wärmste Version der jeweiligen Farbe aus der linken Farbenreihe direkt nebeneinander.

Denn auch eine kalte Farbe kann mit einer Zumischung von Gelb angewärmt werden. Sie wird zwar dadurch nicht zu einer warmen Farbe, aber zumindest etwas wärmer. Und jede warme Farbe kann mit Beigabe von Blau etwas abgekühlt werden. Auch wenn sie dann nicht kalt wird, so ist die daraus entstehende Farbnuance zumindest etwas kühler als das Original.

Diese kleinen Nuancen können eine große Wirkung haben. Sie führen dazu, dass kalte oder warme Farbtypen dennoch die Farben tragen können, die ihnen gefallen. Das bedeutet nichts weniger, als dass jede Frau – egal welcher Farbtyp sie ist – theoretisch alle Farben für ihren stilistischen Ausdruck einsetzen kann. Sie muss nur auf die passenden Nuancen achten.

Diese Sichtweise ist weit weniger rigide, als dies in der Farbenlehre vorgesehen ist. Damit gewährt sie Ihnen deutlich mehr Freiraum, mit Farben Ihren persönlichen Stil umzusetzen.

Die Sättigung der Farbe

Auch diese Eigenschaft von Farben hat mit ihrer Mischung zu tun – allerdings in diesem Fall mit dem Anteil von originären Farbpigmenten, die in der Farbe verarbeitet wurden.

Besteht ein Farbton ausschließlich aus reinen Farbpigmenten, ist die resultierende Farbe sehr intensiv.

Die pure Farbe kann etwas gedämpft werden, indem man ihr weitere Pigmente zusetzt.

Eine solche „Eintrübung“ kann am besten mit einer kleinen Zugabe der Komplementärfarbe hergestellt werden. Also mit der Farbe, die einer Farbe auf dem Farbkreis direkt gegenüber liegt.

  • Folglich kann Blau mit einer kleinen Dosis Orange eingetrübt werden.
  • Rot braucht nur etwas Grün, um zu verblassen.
  • Gelb kann mit einer Prise Violett weniger knallig wirken.
Gedämpfte Farben in der Farbenlehre für Mode

Jede Farbe des Farbkreises kann mit einer Mini-Dosis ihrer Komplementärfarbe – also der Farbe genau gegenüber im Farbkreis – abgemildert werden. Dann wird aus einer intensiven, klaren Farbe eine gedämpfte Version.

Was passiert bei der Abdämpfung von Farben genau und welche Rolle spielt dabei die Farbe Braun?

Warum passiert diese Eintrübung der Farbe auf die beschriebene Art? Dies ist der Tatsache geschuldet, dass alle Primärfarben gemeinsam Braun ergeben.

Würde man irgendeinen Blauton mit irgendeinem Rotton und irgendeinem Gelbton mischen, entstünde immer irgendeine Nuance von Braun.

Dieses Braun kann heller oder dunkler, wärmer oder kühler ausfallen – je nachdem, welche Nuancen von Blau, Rot und Gelb in welcher Dosierung für die Mischung eingesetzt wurden.

Brauntöne in der Fabenlehre für Mode

Werden Gelb, Rot und Blau gemischt, entsteht daraus Braun. Je nachdem, ob die Ausgangsnuancen kühler oder wärmer sind, ergibt sich ein kühleres oder wärmeres Braun (siehe Blau-Rot-Gelb-Spalten). Ferner hängt es davon ab, welche der Primärfarben in der größten Dosis in der Mischung vorhanden ist, ob sich ein bläuliches, ein gelbliches oder rötliches Braun ergibt (siehe blaue, rote und gelbe Zeilen). Bitte beachten Sie jedoch, dass die Farben auf dem Bildschirm leider nicht farbecht sind und sich somit gerade die feineren Nuancen nicht einwandfrei darstellen lassen.

Wenn also eine Farbe mithilfe ihrer Komplementärfarbe gedämpft wird, dann passiert eigentlich Folgendes:

Beim Abdämpfen von Farben erhält die Originalfarbe eine ganz bestimmte, minimale Dosis von Braun.

Wenn Sie sich den Farbkreis unter dieser Hinsicht noch einmal ansehen, dann erkennen Sie:

Blau kann beispielsweise mit Orange abgemildert werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass Blau mit der Zugabe einer Mischung von Rot und Gelb (=Orange) eingetrübt wird. Es entsteht also eigentlich ein Braunton mit ganz geringen Anteilen von Rot und Gelb. Dieser wird noch eindeutig als Blau wahrgenommen, aber wirkt dadurch etwas gedämpft.

Das Gleiche passiert mit Rot, wenn Sie Grün addieren: Zu Rot kommt eine Mini-Mischung aus Blau und Gelb (=Grün) hinzu. Das ergibt eigentlich wieder einen Braunton, der aber immer noch wie ein Rot aussieht – nur etwas weniger kräftig.

Schließlich können Sie Gelb mit einer Prise Violett dämpfen: Zu Gelb kommen kleine Anteile von Blau und Rot (=Violett) hinzu. Es entsteht ein ganz leicht bräunlicheres, getrübtes Gelb.

Auch dieses Prinzip funktioniert mit allen Farben gleichermaßen.

Gedämpfte Farben durch Grau und Beige

Es gibt aber auch noch eine weitere Möglichkeit, eine Farbe ein wenig weniger intensiv zu machen: indem Sie eine kleine Dosis Grau oder Beige hinzufügen.

Die Zugabe von Grau bewirkt, dass Sie einer reinen Farbe weiße und schwarze Pigmente hinzufügen. Damit hat sie weniger Pigmente von ihrer Eigenfarbe. Sie wirkt dadurch etwas weniger intensiv als ihre pure Version.

Je mehr Grau Sie einer Farbe hinzufügen, desto mehr wirkt sie „pudrig“, bis daraus ein bläuliches, rötliches oder gelbliches Grau entsteht.

Die Zugabe von Beige bewirkt, dass Sie einer reinen Farbe „hellbraune“ Pigmente – also eine Mischung aus Blau, Rot, Gelb und Weiß – hinzufügen. Das hat einen ähnlichen Effekt, als würden Sie die Komplementärfarbe addieren. Nur in einer etwas anderen Braunmischung und mit dem Nebeneffekt, dass das Ergebnis durch den Weiß-Anteil zusätzlich etwas aufgehellt wird (siehe unten).

Addieren Sie immer mehr Beige zu einer Farbe, wird sie zuerst immer weniger intensiv und heller, bis irgendwann ein bläuliches, rötliches oder gelbliches Beige entsteht.

Wichtig an dieser Stelle: Mit der Zugabe von Grau wird eine Farbe leicht kühler oder behält ihre Kühle bei. Mit der Zugabe von Beige wird eine Farbe leicht wärmer oder behält ihre Wärme bei.

Sie sehen also, auch hier gibt es neben der „reinen Farbenlehre“ durchaus auch weitere Wege zum Ziel – mit sehr schönen Effekten für die unterschiedlichen Farbtypen.

Abdämpfen von Farben mit Grau und Beige in der Farbenlehre für Mode

Hier werden die Farben der verschiedenen Helligkeitsstufen jeweils mit einer Mini-Dosis Beige abgedämpft. In der letzten 3er-Farbspalte werden die Farben jeweils in der oberen Hälfte mit Beige, in der unteren Hälfte mit Grau abgedämpft. So können Sie sehen, dass die mit Beige gedämpfte Version leicht wärmer wird als die mit Grau gemischte Version der gleichen Farbe. Auch hierbei gilt: Bitte beachten Sie, dass Farben auf dem Bildschirm nicht farbecht dargestellt werden.

Die Helligkeit der Farbe

Zusätzlich zu den Farben auf dem Farbkreis gibt es noch die sogenannten Nicht-Farben Schwarz und Weiß.

Farben sind eigentlich Lichtwellen.

  • Weiß ist die Gesamtheit aller Farben im Licht. Das kennen Sie: Wenn Licht im Prisma gebrochen wird, entsteht ein Regenbogen.
  • Schwarz ist die Abwesenheit von Licht, sodass gar keine Farbe mehr vorhanden ist.

Mit Zugabe von Weiß oder Schwarz lassen sich alle Farben entweder aufhellen oder abdunkeln. Dabei wird einfach der Anteil an diesen Nicht-Farben langsam erhöht.

Werden Farben aufgehellt, bewegen sie sich über hellere Nuancen über Pastelltöne hin zu einer Nuance von Fast-Weiß, beispielsweise Off-White, Wollweiß, Cremeweiß, Elfenbeinweiß, rosigem, bräunlichem, bläulichem oder gräulichem Weiß.

Werden Farben abgedunkelt, bewegen sie sich über dunklere Nuancen bis hin zu unterschiedlichen Tönen von Fast-Schwarz.

Dabei funktioniert die Aufhellung oder Abdunkelung mit Weiß oder Schwarz sowohl bei intensiven, klaren Farben, als auch bei gedämpften Farben gleichermaßen.

Ferner können auch Schwarz, Weiß und Braun heller oder dunkler gemischt werden. So entstehen unterschiedliche Grau- und Beige-Töne.

Helle und dunkle FArben in der Farbenlehre für Mode

Jede Farbe kann mit Weiß heller und mit Schwarz dunkler gemischt werden. Auch dadurch werden die Farben etwas weniger intensiv, da die puren Farbpigmente mit weißen bzw. schwarzen Farbpigmenten “verdünnt” werden.

Der Zusammenhang zwischen Farben und Ihrem Farbtyp

Viel wird in der Mode vom Farbtyp gesprochen. Ganze Berufszweige, wie die Farbberatung, beschäftigen sich nur mit diesem Aspekt von Mode und Stil.

Dabei geht es um die Frage:

Welche Farben harmonieren am besten mit den Eigenfarben Ihres Körpers, also mit Haar-, Haut-, Augen-, Augenbrauen- und Lippenfarbe?

Denn bei der natürlichen Pigmentierung eines Körpers gibt es ebenfalls die genannten Unterschiede bei Farb-Temperatur, -Sättigung und -Helligkeit.

In der Farbberatung werden in einem ersten Schritt Ihre Eigenfarben dieser Farbsystematik zugeordnet.

In einem zweiten Schritt geht es darum, Ihre Eigenfarben mit den Farben Ihrer Kleidung zum Strahlen zu bringen. Also die besten Farben für eine Kombination mit Ihren Eigenfarben zu finden.

Einteilung nach Farbtypen

Die Einteilung der Farbtypen nach den vier Jahreszeiten versucht, den natürlichen Farbtyp nach seinen Farb-Eigenschaften und den daher besonders gut passenden Farben zu klassifizieren:

  • Der Wintertyp trägt kühle, klare Farben.
  • Der Sommertyp trägt kühle, aber gedämpfte oder pudrige Farben.
  • Der Herbsttyp trägt warme Farben mit einer Tendenz zu gedämpften, abgedunkelten Nuancen.
  • Der Frühlingstyp trägt warme Farben mit einer Tendenz zu klaren, helleren Nuancen.
Farbtypen in der Farbenlehre für Mode

Die Farbkarten für die verschiedenen Farbtypen Frühling, Herbst, Sommer und Winter zeigen, dass die Frühlings- und Herbstfarben eher auf der wärmeren Seite der Farbskala zu finden sind, während für Winter und Sommer eher die kühlen Farben aufgerufen werden. Die klarsten Farben sind beim Winter- und Frühlingstyp zu finden, während der Sommer- und Herbsttyp gedämpftere Nuancen aufweist.

Einteilung nach Farbkontrasten

Dazu kommt das Konzept der Farbkontraste, das ebenfalls für Ihre modische Entscheidungen eine große Rolle spielt. Es wird zwischen zwei verschiedenen Kontrasten unterschieden:

  • Helligkeitskontrast und
  • Buntwert oder Farbkontrast.
Helligkeitskontrast: Wie stark ist der Unterschied zwischen Ihren helleren und dunkleren Farben?

Der Helligkeitskontrast sagt aus, wie groß der Unterschied zwischen der hellsten und der dunkelsten Farbe in Ihrer natürlichen Pigmentierung ist.

Also beispielsweise wie hell oder dunkel Ihr Haar im Vergleich zu Ihrer Haut, Ihren Augen, Ihren Lippen ausfällt.

Tragen Sie große Helligkeitskontraste in sich, stehen Ihnen auch große Helligkeitskontraste im Outfit und anders herum.

Lese-Tipp aus der Modeflüsterin-Bibliothek:

 

Farbkontrast oder Buntwert: Wie viele verschiedene Farben tragen Sie in sich?

Beim Farbkontrast oder Buntwert geht es darum, wie viele unterschiedliche Farbtöne Sie in Ihrer natürlichen Pigmentierung mitbringen.

Das ist nicht immer leicht zu entscheiden. Denn das hängt davon ab, ob eine Farbe an Ihrem Körper optisch klar als Eigenfarbe hervortritt. Das können besonders intensiv getönte rosa Lippen sein, eine besonders intensiv gefärbte Iris oder ein stark gelbliches Blond der Haare. Auch der Ton der Haut kann deutlich als rosa, gelblich oder oliv wahrgenommen werden.

Haben Sie zwei oder mehr solcher optisch eindeutig hervortretenden Farben in Ihrer natürlichen Erscheinung, gelten Sie als Farbtyp mit hohem Buntwert bzw. mit hohem Farbkontrast.

Was der Buntwert für Ihre besten Farben bedeutet?

Ganz einfach:

Mit einem hohen Buntwert können Sie in Ihren Outfits mehr verschiedene Farbtöne gemeinsam tragen.
Während Farbtypen mit geringem Farbkontrast mit monochromatischen (einfarbigen) Outfits deutlich harmonischer aussehen.

Beispiele für Farb- und Helligkeitskontrast

Diese Beispiele für den Frühlingstyp zeigen, dass jeder Farbtyp seinen individuellen Farb- und Helligkeitskontrast umsetzen kann. Das hängt nur von der Anzahl der Akzentfarben im Outfit und vom Unterschied im Helligkeitsgrad dieser Farbzusammenstellung ab.

Sie sehen, dass die physikalischen Farb-Eigenschaften und Ihre natürliche Pigmentierung eng zusammenhängen.

Es gibt folglich gute Gründe, sich auf das Farbenspiel einzulassen. Denn wenn Sie die passenden Farben zu Ihrem Farbtyp tragen, erscheinen Sie insgesamt strahlender, frischer, entspannter und harmonischer.

Dabei darf aber eine weitere Eigenschaft von Farben nicht vernachlässig werden: die Assoziationen von Farben, also ihre psychologische Wirkung. Darum geht es im nächsten Teil dieses Ratgebers.

Was ist für Sie bisher die wichtigste Erkenntnis in Sachen Farbe in der Mode? Ich freue mich auf ihre Kommentare zum Thema!

 

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