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Stil lernen - so funktioniert es

Sie werden allseits bewundert: Frauen, denen es gelingt, in jeder Situation scheinbar mühelos gut gekleidet zu sein. Glauben Sie auch, dazu bräuchte man ein Stil-Gen, das Sie leider nicht besitzen? Dann wird Sie dies interessieren: Jede Frau kann Stil lernen. Dazu müssen Sie nur mehr über Mode wissen und dieses Wissen auf Ihre eigene Person übertragen. Der Rest ist ein wenig Übung und Zeit.

Gerade wenn Sie eine Frau über 40, 50 oder 60 sind, ist es essenziell, Ihren eigenen Stil zu kennen und konsequent umzusetzen. Denn Ihr Stil ist es, der Sie auch jenseits von Jugend- oder Schlankheitswahn zeitlos elegant und attraktiv macht.

Wenn Sie endlich Ihren einzigartigen Stil entwickeln möchten, dann gibt es im Prinzip 3 Methoden, die Sie anwenden können. Und eine Methode, die eher nicht funktioniert. Alle Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Sie sind neugierig? Dann lesen Sie weiter…

Methode 1: Autodidaktisch lernen

Dieser Weg ist auf den ersten Blick der günstigste – kann aber auf den zweiten Blick durchaus teuer werden.

Sie lesen Bücher, Magazinbeiträge und Blogposts. Sie verschlingen die Tipps darin und versuchen, diese auszuprobieren. So haben Sie sicherlich so manches Aha-Erlebnis, das Ihren Stil-Muskel wieder ein Stückchen wachsen lässt.

Pro:

  • In Abhängigkeit von der Qualität des Materials werden Sie sich auf diese Weise langsam immer mehr Modewissen aneignen und mehr Stil-Sicherheit gewinnen.
  • Das eingesetzte Kapital ist meist überschaubar.
  • Der Prozess ist bequem: Ein Modebuch hier, ein Modebeitrag dort und viele genüssliche Lesestunden zuhause auf dem Sofa.

Contra:

  • Wenn Sie nicht an ein außerordentlich gutes Modebuch geraten, dann fehlt häufig der Überblick – ein funktionierendes Schritt-für-Schritt-System, wie Sie bei Ihrer Stilfindung vorgehen können.
  • Jedes Modebuch, aber auch jeder Beitrag über Mode hat einen gewissen thematischen Schwerpunkt, der die Stilfindung schnell zum Stückwerk werden lässt. Das verlängert den Prozess insgesamt.
  • Niemand ist da, der Sie unterstützt. Der wertvolle Blick von außen fehlt, der so manchen blinden Fleck der Selbstwahrnehmung erhellen könnte.
  • Sie haben keinen Grund, auf Ihrer Stilreise wirklich konsequent weiterzugehen und das Gelernte umzusetzen. Das erfordert viel Eigenmotivation – die häufig ebenfalls lieber auf dem Sofa sitzenbleibt.
  • Ohne Übung, konsequente Umsetzung und Unterstützung ist es höchstwahrscheinlich, dass Sie auf Ihrer Stilsuche weiterhin einige Fehlkäufe tätigen werden. Das Prinzip „trial and error“ könnte im Nachhinein noch recht teuer werden…

Fazit:

Die autodidaktische Vorgehensweise ist dann sinnvoll, wenn Sie bereits die Grundlagen Ihres eigenen Stils kennen, eine bewährte Vorgehensweise für Ihre Stilreise haben und sich nun die Zeit geben, Ihre Stil-Essenz weiter zu verfeinern. Also sobald Sie wissen, was Sie tun.

Aber auch wenn die Beschäftigung mit Mode zu Ihrem Hobby gehört und Sie sich in Ihrer Freizeit gerne damit beschäftigen, ist dies die Methode der Wahl. Wenn Sie gerne alleine vor dem Kleiderschrank ausprobieren, Outfit-Fotos machen und sich auf diese Weise spielerisch weiterentwickeln möchten.

Liebelings-Mode-Bücher der Modeflüsterin

Falls Sie diese Methode bevorzugen, dann sehen Sie sich am besten gleich meine Literaturliste an – samt Tipps, wie ich beim Lesen von Büchern und Magazinen vorgehe.

Methode 2: Eine Farb- und Stilberatung machen

Das ist die wohl die am häufigsten angewandte Methode der Stilfindung. Sie buchen eine Farb- und Stilberatung bei einem erfahrenen Profi und lassen sich umfassend beraten.

Pro:

  • Gemeinsam mit einer professionellen Farb- und Stilberaterin können Sie die wichtigsten Eckpfeiler Ihrer Farb- und Stilpersönlichkeit fachlich fundiert erarbeiten.
  • Sie erhalten eine wertvolle, kompetente Außensicht und kennen danach Ihre wichtigsten Farben und Stilelemente. Sodass Sie eine gute Orientierung erhalten, wohin die weitere Stilreise gehen könnte.
  • Auch ist es der schnellste Weg, eine gute Grundlage für Ihren Stil zu entwickeln. Bereits wenige Stunden persönliche Beratung können einen hohen Erkenntnisgewinn bringen.

Contra:

  • Sie erhalten ein Farb- und Stilprofil, indem die Stilberaterin ihr Wissen und ihre Erfahrung anwendet. Sie erhalten nicht selbst dieses Wissen. Kurz gesagt: Sie wissen nun, WAS Ihnen steht, aber nicht wirklich, WARUM das so ist.
  • Das Resultat der Beratung entsteht durch die Außensicht einer fremden Person auf Sie. Je mehr Erfahrung die Beraterin hat und je besser und schneller sie sich in Sie hineinversetzen kann, desto mehr fließen auch Ihre Persönlichkeit und Ihre individuellen Vorlieben in die Beratung ein. Die Qualität des Ergebnisses hängt daher immer von dieser besonderen, intuitiven Fähigkeit der Beraterin und ihrem Können ab.
  • Eine gute Beraterin zu finden, ist nicht leicht. Es ist ein Empfehlungs-Business und das Ergebnis nicht zuletzt auch abhängig von der persönlichen Chemie zwischen Ihnen und der Beraterin.
  • Eine persönliche Beratung ist keine preisgünstige Angelegenheit. Die meisten Honorare liegen zwischen 250 und 300 Euro – pro Beratungseinheit von ca. 3 Stunden, also jeweils für Farb- oder Stilberatung. Das ergibt 500 bis 600 Euro für einen Tag. Dazu kommen häufig noch Reisekosten.
  • Es ist unrealistisch anzunehmen, in nur wenigen Stunden seinen Stil finden und diesen dann sofort umsetzen zu können. Die weiteren, wichtigen Entscheidungen auf Ihrer Stilreise treffen Sie wieder alleine. Ohne das nötige Modewissen könnte es sein, dass Sie schon beim nächsten Einkauf oder beim nächsten Trend wieder ratlos sind.

Fazit:

Eine professionelle Farb- und Stilberatung kann ein wichtiger Impuls für Ihre Stilreise sein. Es ist die erste, umfassende Bestandsaufnahme, die Ihnen viele Hinweise gibt, in welche Richtung Sie sich stilistisch und farblich orientieren können. Auch liefert sie den wertvollen, objektiven Außenblick auf Ihre Person, der häufig alleine so schwerfällt.

Ob dieses Potenzial einer persönlichen Beratung auch ausgeschöpft wird, hängt allerdings von der Kompetenz, Erfahrung und Einfühlsamkeit der Beraterin ab. Dafür müssen Sie eine passende Beraterin finden und bereit sein, eine größere Investition zu tätigen.

Wie es Ihnen nach einer Beratung ergeht und wie Sie Ihre zukünftigen modischen Entscheidungen treffen, bleibt offen. Das hängt davon ab, wie sehr während der Beratung auch ein Wissenstransfer stattfindet und Sie eine Vorstellung über das WARUM Ihrer optimalen Farb- und Stil-Elemente entwickeln konnten.

Stil lernen bedeutet auch, die eigenen Farben zu kennen

Hier sehen Sie eine persönliche Farbkarte aus einer Farbberatung. Es bringt viel, wenn Sie Ihre besten Farben und Farbkombinationen so genau kennen. Der professionelle Blick von außen ist sehr wertvoll, um eigene blinde Flecken der Selbstwahrnehmung zu überbrücken.

Methode 3: Hilfe zur Selbsthilfe

Bei dieser Methode eigenen Sie sich in einem Modekurs selbst das nötige Wissen an, um Ihren Stil zu finden. Dazu erhalten Sie Anleitungen und Übungsvorschläge, wie Sie dieses Wissen auf sich selbst anwenden. Wissen, Anleitung und Übungen zusammen ergeben eine Methodik, die Ihnen dabei hilft, Ihren Stil selbst zu entwickeln.

Pro:

  • Mit dieser Methode erhalten Sie das Modewissen, um dem WARUM für Ihre Farb- und Stilwahl nachzugehen. Sie lernen, warum Sie bestimmte Farben und Muster oder bestimmte Stil-Elemente und Silhouetten bevorzugen (sollten).
  • Auch lernen Sie, mit welchen modischen Methoden Sie welche Wirkung erzielen. Sodass Sie Mode ganz bewusst und strategisch wie ein Instrument einsetzen können – für jeden Anlass und jedes Ziel.
  • Sie können dieses Modewissen und die Methodik Ihr ganzes Leben lang dazu verwenden, um sich stilistisch weiterzuentwickeln – auch wenn sich Ihr Stil einmal wieder verändert. Stil ist keine Konstante!
  • Ihre Persönlichkeit, Ihr Leben und Ihre Vorlieben sind Grundlage dafür, welche Farb- und Stil-Elemente Sie wählen. Sodass Sie Ihren Stil so einzigartig gestalten können, wie Sie es sind.
  • Mit dem nötigen Modewissen und Ihrem Stil-Profil können Sie auch zukünftige Kaufentscheidungen mit großer Sicherheit treffen. Sie erkennen sofort, ob ein Kleidungsstil oder ein bestimmter Trend zu Ihrem Stil passt oder nicht.
  • Modekurse gibt es offline und online. Wenn Sie in Ihrem Umfeld keine passenden Offline-Modekurse finden, dann ist ein Online-Modekurs die bequemste Art, Mode zu lernen. Sie können die Kurslektionen von zuhause aus und nach Ihrem eigenen Terminplan absolvieren. Sie haben wochen- oder monatelang dazu Zeit und können immer wieder auf das Wissen zugreifen.
  • Ist beim Modekurs eine Community integriert, können Sie sich mit anderen Stilreisenden austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Sie sind nicht mehr alleine und erhalten über Monate hinweg die wertvolle Außensicht auf Ihre Stil-Übungen.
  • Gibt es beim Modekurs zudem die Möglichkeit, einen Profi zu fragen, wenn Sie alleine nicht weiterkommen, ist dies ein weiterer Vorteil. Die moderne Video-Technik macht dies ganz einfach möglich.
  • Die Investitionen für einen Online-Modekurs liegen im unteren bis mittleren Bereich. Je nachdem, wieviel Detailwissen vermittelt wird und wieviel Unterstützung im Kurskonzept enthalten ist, rangieren sie von ca. 100 bis 500 Euro pro Kurs.

Contra:

  • Ob Sie die oben beschriebenen Resultate erzielen, hängt maßgeblich von der Qualität des Modekurses ab. Das Wissen sollte umfassend, verständlich, in einer sinnvollen Reihenfolge und praktisch umsetzbar vermittelt werden.
  • Dazu benötigt ein Kurs entsprechende Übungen und Anleitungen sowie übersichtliche Checklisten und Arbeitsblätter, die es Ihnen erlauben, das Gelernte anzuwenden und Ihre Erkenntnisse festzuhalten.
  • Ist der Modekurs zu oberflächlich oder bewegt er sich in den bekannten „Schubladen“ von Farb- und Stiltypen, kann er die oben beschriebenen Vorteile dieser Methode nicht erbringen. Dann ist ein gutes Modebuch (siehe Methode 1) die bessere und günstigere Alternative.
  • Bei einem Selbstlernkurs stehen Ihnen zwar gegebenenfalls andere Kursteilnehmerinnen zur Motivation und Unterstützung zur Verfügung, aber kein Profi, der Sie persönlich begleitet.
  • Der Prozess aus Wissensvermittlung, Übung und Umsetzung kann länger dauern und ist davon abhängig, wie motiviert und intensiv Sie die Kursinhalte bearbeiten. Ein hohes Maß an Eigenmotivation ist auch hier notwendig, um Ihre persönlichen stilistischen Vorstellungen zu erreichen. Allerdings können eine klare Schritt-für-Schritt-Vorgehensweise, ein Erfolgsprotokoll und eine unterstützende Community durch so manches Motivationstief führen.

Fazit:

Modekurse nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ sind eine erfolgversprechende – und vor allem nachhaltige – Methode, den eigenen Stil zu finden. Ist der Modekurs gut gestaltet, dann sind Wissen und Methodik dazu geeignet, Sie ein Leben lang auf Ihrer Stilreise zu begleiten und Sie immer wieder zu guten Ergebnissen zu führen.

Speziell Online-Modekurse erfordern dabei eine relativ geringe Investition, aber etwas mehr Zeit und Motivation, um ihre Wirkung zu entfalten. Preis und Leistung hängen vor allem davon ab, wie umfassend das gebotene Wissen und die persönliche Unterstützung angelegt sind und wie sehr dies von der Kursteilnehmerin nachgefragt wird.

Stil lernen mit dem Modekurs der Modeflüsterin - der Stil-Formel

Falls Sie Lust haben, Ihren Stil in einem Modekurs zu entwickeln, dann ist die Modeflüsterin-Stil-Formel für Sie gemacht. Darin erfahren Sie alles, um Ihren einzigartigen Stil zu definieren. Schritt für Schritt, mit Übungen und Workbooks. Ab 1. März verfügbar.

Methode 4: Stil kopieren

Viele machen genau das: Sie suchen sich ein Stilvorbild aus den Medien oder aus ihrem persönlichen Umfeld und versuchen, deren Stil zu kopieren.

Pro:

  • Wenn Sie so vorgehen, dann hat das einen großen Vorteil: Sie müssen nicht darüber nachdenken, was Sie tun. Die einzelnen Kleidungsstücke oder sogar der ganze kopierte Look wird sicherlich per se ansprechend sein.
  • Sie erhalten Inspirationen, wie Sie bestimmte Kleidungsstücke stylen können.
  • Sie erhalten eine Vorstellung davon, welche Ästhetik Ihnen grundsätzlich gefällt.

Contra:

  • Der größte Nachteil dieser Methode: Wenn Sie die Kleidung einer anderen tragen, dann sind Sie nicht Sie selbst! Und das merken andere schneller, als Ihnen lieb ist.
  • Ein Kleidungsstück oder ein ganzer Look, der an einer anderen Frau sensationell aussieht, kann an Ihnen völlig falsch wirken. Im schlimmsten Fall sogar verkleidet.
  • Auch wenn Sie sich ein Stil-Vorbild suchen, das in etwa Ihre Figur oder Ihre natürlichen Farben hat, sind Sie davor nicht gefeit. Denn dieser Mensch ist eine andere Person. Mit anderen Vorlieben, mit einem anderen Charakter und mit einer anderen persönlichen Ausstrahlung.
  • Ihr Stil ist dann im besten Fall gefällig, aber niemals authentisch. Er wird Sie niemals so zum Strahlen bringen, wie es Ihr ganz eigener – einzigartiger – Stil vermag.

Fazit:

Suchen Sie durchaus nach Stil-Vorbildern, um sich zu neuen Stylings und modischen Ideen inspirieren zu lassen.

Am besten funktioniert das jedoch, wenn Sie bereits wissen, wer Sie modisch sind. Dann werden Sie bestimmte Looks oder Details davon sofort begeistern – und Sie werden auch genau wissen, warum das so ist.

Darüber hinaus sind solche Funde sinnvoll, wenn Sie sie in ihrer Gesamtheit – beispielsweise auf einem Moodboard – betrachten. Dann lassen sich davon in einer Analyse eventuell Stil-Elemente ableiten, die für Sie tatsächlich von Bedeutung sind.

Hierzu empfehle ich Ihnen, sich einmal näher mit Pinterest zu beschäftigen. Dort können Sie Foto-Sammlungen von Ihren Stil-Vorbildern erstellen. Oder Sie können sich von meiner Pinnwand „Outfits für Frauen über 30“ – einem Gemeinschaftsprojekt mehrerer Ü30-Bloggerinnen – zu eigenen Looks inspirieren lassen.

Outfits für Frauen über 30 auf Pinterest

Was aber niemals funktioniert, um Ihren eigenen Stil zu finden, ist das bloße Kopieren des Looks einer anderen Frau.

Mode sollte immer ausdrücken, wer Sie sind. Damit ist Ihr Stil völlig unabhängig von Ihrer Kollegin, Freundin oder irgendeiner berühmten Persönlichkeit, die Sie bewundern.

Stil kommt von innen. Er ist Ausdruck Ihrer einzigartigen Persönlichkeit. Erst dann ist es Ihr Stil. Und erst dann ist es guter Stil.

Wie werden Sie also zukünftig Ihren Stil finden oder weiterentwickeln? Welche Methode ist für Sie die Richtige?

Ich finde ja, dass die Kombination von Methode 1 bis 3 am besten ist… Aber Sie werden bestimmt Ihre eigenen Vorlieben haben, wie Sie Ihrem Stil näherkommen wollen. Wie werden Sie dabei vorgehen?