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Wie wichtig ist Mode wirklich - die Bedürfnispyramide der Mode
Wir leben in bewegten Zeiten. Zuerst Corona, dann ein Unwetter-Sommer, der in die Geschichte eingehen wird. Vor diesem Szenario habe ich mir gerade in den letzten Wochen häufig die Frage gestellt: Wie wichtig ist Mode wirklich?

Wenn Sie zu den Frauen gehören, die latent immer ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich intensiver mit Mode beschäftigen, dürfte die Antwort interessant sein. Denn tatsächlich lässt sich diese Frage auf ganz unterschiedliche Weise beantworten: wissenschaftlich, psychologisch und sehr persönlich.

Ich habe den Faden einmal weitergesponnen und daraus die Bedürfnispyramide der Mode erstellt. Mit einem konkreten Beispiel, was das für mich bedeuten würde. Betrachten Sie dies als ein Gedankenspiel und entwickeln Sie Ihre eigene Lösung. Vielleicht sind Sie ja sogar überrascht von Ihrem Ergebnis…

Die Bedürfnispyramide nach Maslow – mit ersten Überlegungen zur Bedeutung von Kleidung

Der Verhaltensforscher Abraham Maslow hat bereits 1943 die Bedürfnispyramide erstellt. Denn er hat erkannt, dass die Motivation des Menschen auf bestimmten grundlegenden Bedürfnissen beruht.

Dabei sind die jeweiligen Bedürfnisse jedoch nicht gleich stark, sondern bauen aufeinander auf. Es gibt eine hierarchische Beziehung zwischen ihnen. Erst wenn bestimmte Grundbedürfnisse erfüllt sind, wendet sich der Mensch weiteren Belangen zu.

Aus diesen Erkenntnissen hat Maslow seine berühmte Bedürfnispyramide entwickelt.

Wie wichtig ist Mode wirklich - Gedankenspiel nach der Bedürfnispyramide von Maslow

So sieht die Bedürfnispyramide nach Maslow aus (etwas adaptiert): Danach sind die Bedürfnisse des Menschen hierarchisch geordnet und reichen über 5 Stufen, vom Überleben bis zur Selbstverwirklichung.

Im folgenden fasse ich die 5 Stufen der Pyramide kurz zusammen und es gibt erste Ansatzpunkte, wie sich Mode bzw. Kleidung in diese Pyramide einordnen ließe:

Stufe 1: Die Grundbedürfnisse

Zu den Grundbedürfnissen des Menschen gehören die Absicherung der rudimentärsten Erfordernisse des Überlebens: Wasser, Nahrung, Fortpflanzung, Schutz vor Kälte.

Hier kommt bereits Kleidung ins Spiel. Denn Kleidung sorgt dafür, dass Menschen warm, trocken und vor den Witterungseinflüssen besser geschützt sind.

Stufe 2: Persönliche Sicherheit

Um sich sicher zu fühlen, benötigt der Mensch vor allem ein Dach über dem Kopf und eine Arbeit, die für sein Einkommen sorgt.

Kleidung spielt hier folglich dann eine Rolle, wenn sie wichtig dafür ist, Arbeit zu bekommen oder einen Beruf auszuüben.

Stufe 3: Soziale Einbindung

Die Sehnsucht des Menschen nach sozialer Einbindung, nach einem Partner, nach Freunden und nach Liebe, ist die nächste Bedürfnisebene. Diese wird relevant, sobald alle existenziellen Dinge geregelt sind.

Kleidung spielt hier eine Rolle, wenn sie dazu dient, eine soziale Gruppenzugehörigkeit zu definieren oder zu festigen.

Stufe 4: Individualbedürfnisse

Jetzt geht es um Anerkennung und Geltung. Geld, Macht, Karriere und Status strebt der Mensch an, sobald sein Bedürfnis zu überleben, sich abzusichern und sich sozial einzubinden, gestillt wurde. Jetzt geht es dem Menschen darum, zu wachsen. Nach Höherem zu streben. Sich sichtbar zu verbessern.

Klar ist, dass Mode viele Möglichkeiten bietet, ein Mehr an Geld und Status sichtbar zu machen. Vor allem Statussymbole und Luxuslabels kommen dabei ins Spiel. Im Sprichwort „Dress for Success“ liegt viel Wahrheit.

Dass diese Wirkungsweise der Mode durchaus positiv ist und sich daraus eine interessante Wechselwirkung zwischen Kleidung, Denken und Fühlen sowie Image ergibt, habe ich Ihnen an anderer Stelle bereits ausführlich geschildert.

Stufe 5: Selbstverwirklichung

In der höchsten Stufe der Bedürfnispyramide nach Maslow geht es darum, dass der Mensch sein Potenzial voll entwickeln möchte. Selbstverwirklichung in jeglicher Art steht auf dem Plan. Ob dies nun künstlerisch, sportlich, mental oder in anderer Weise geschieht, ist individuell sehr verschieden. Gibt es doch Menschen mit den unterschiedlichsten Talenten und Potenzialen, die ausgelebt werden wollen.

Die Welt der Ästhetik und Kreativität ist besonders vielfältig – Modedesign gehört sicherlich dazu. Wer sich folglich berufen fühlt, sich kreativ auszutoben und ein Faible für Mode mitbringt, wird in diesem Bereich aktiv werden.

Jetzt geht es darum, sich selbst über Mode auszudrücken, seine eigene Ästhetik auszuleben, seinen Stil zu entwickeln. Und zwar fern von rein praktischen Überlegungen, fern von beruflichen Notwendigkeiten, fern von vermeintlichen Gruppenzwängen des Umfeldes, fern von Statusdenken. Aber ganz nah am eigenen Ich, das sein modisches Potenzial (endlich?) ausleben möchte.

Bedürfnispyramide der Mode - Beispiel

Hier sehen Sie ein Beispiel, wie ich selbst meine Kleidung und Accessoires in die Bedürfnispyramide der Mode einordnen würde. Überlegen Sie doch einmal, wie Sie die einzelnen Stufen der Pyramide befüllen würden! Die Details dazu lesen Sie weiter unten.

Die Bedürfnispyramide der Mode – ein Entwurf für Ihre Gedankenspiele

Basierend auf der obigen Hierarchie habe ich eine Bedürfnispyramide der Mode entwickelt. Diese ist dazu geeignet, Ihren eigenen, ganz persönlichen Bedürfnissen einmal nachzuspüren:

  • Welche Kleidung brauche ich wirklich?
  • Was ist mir bei Kleidung wirklich wichtig?
  • Wie genau würden meine Key-Pieces in den jeweiligen Stufen der Pyramide aussehen?
  • Bin ich modisch überhaupt in allen Levels der Pyramide aktiv? In welcher nicht und warum?

Ihre Aufgabe: Befüllen Sie Ihre persönliche Bedürfnispyramide der Mode!

Wie wichtig ist Mode? Die Bedürfnispyramide der Mode - Arbeitsblatt

Nutzen Sie dieses Arbeitsblatt und tragen Sie ein, welche Ihrer Key-Pieces Sie in welche Bedürfnisstufe einordnen würden. Dabei müssen nicht unbedingt alle Stufen befüllt werden. Viel wichtiger ist, dass Sie ehrlich zu sich selbst sind und sich fragen, ob Ihnen das Ergebnis dieser kleinen Übung gefällt… Ich kam dabei zumindest ganz schön ins Grübeln 😉

Die in diesem Beitrag aufgezeigte Pyramide habe ich exemplarisch nach meinen eigenen Bedürfnissen und Vorlieben befüllt. Die Aufgabe für Sie an dieser Stelle lautet:

Füllen Sie die einzelnen Ebenen der Bedürfnispyramide mit Ihren eigenen Kleidungsstücken und Accessoires aus!

Sie können sich dazu das Arbeitsblatt der Bedürfnispyramide für Mode herunterladen, ausdrucken und Ihre Lösungen handschriftlich eintragen. Alternativ nutzen Sie die Bild-Datei einfach in einer Präsentations-Software (Powerpoint, Keynote, Canva etc.) und ordnen Sie die Fotos Ihrer Key-Pieces (Ihre wichtigsten Kleidungsstücke und Accessoires) virtuell darin ein.

Viel Spaß dabei!

 

Stufe 1: Bedeckung, Schutz und Praktisches

„Hauptsache angezogen, praktisch und vor den Wettereinflüssen geschützt“, könnte das Motto in dieser Stufe lauten. Es ist hinsichtlich ästhetischen Gesichtspunkten völlig egal, was Sie tragen. Es muss aber praktisch sein, Sie müssen darin Ihren Alltag (nicht den beruflichen Alltag!) bestreiten können und vor dem Wetter in Ihrer Klimazone geschützt sein.

Wir alle haben solche Kleidung, Schuhe und Accessoires. Das ist der Wintermantel, der dicke Schal oder die nicht so vorteilhafte Mütze, die einfach nur warm halten. Es sind die „Matsch-Schuhe“, auf die Sie nicht aufpassen müssen und die auch schon bessere Zeiten gesehen haben. Das ist aber auch der Sneaker, der so höllisch bequem ist und uns überall hin begleitet.

Die praktische Regenjacke oder der Parka und die Gummistiefel gehören dazu. Ebenso die abgetragenen Jeans, das einfache T-Shirt, die Jogginghose, das Sweatshirt. Aber auch die Sonnenbrille und die bequemen Gesundheits-Sandalen im Sommer bewirken genau das: Wir sind praktisch bedeckt, geschützt, können darin die meisten Tätigkeiten problemlos absolvieren und alles andere geht schon so.

Wie wichtig ist Mode - Bedürfnispyramide der Mode - Stufe 1

Hier sehen Sie einige Kleidungsstücke und Accessoires, die ich so oder ähnlich trage, da sie herrlich unkompliziert, bequem und praktisch sind. Jogginghose und Jeans, T-Shirt, Sneakers und Hobo-Bag gehören zur Grundausstattung. Im Sommer kommen Bermudas und lässige Schlappen sowie eine Sonnenbrille dazu. Ein längerer Parka, Mütze, Schal und Handschuhe sowie Winter-Stiefeletten sorgen für Wärme in den kühleren Jahreszeiten. Die Teile sind einfach, haben jedoch die richtige Qualität, um ihren Zweck gut zu erfüllen.

Stufe 2: Berufskleidung

Von der klassischen Berufskleidung mit Vorgaben für bestimmte Berufe, beispielsweise die Polizei-Uniform, bis hin zu Kleidung, die für das berufliche Umfeld als angemessen gilt, gehört in diese Rubrik.

Dabei ist immer noch kein besonderer Design-Anspruch maßgeblich. Es ist die Art von Kleidung, die es uns ermöglicht, den gewünschten Beruf auszuüben oder den Job zu behalten. Für Polizisten und Krankenschwestern sieht dies anders aus als für Büroangestellte, die vielleicht eine „ordentliche“ Jeans, T-Shirt und Blazer benötigen oder für das Management, das nicht mehr ohne einen schlichten Hosenanzug oder ein einfaches Kostüm auskommt.

Die Übergänge sind hier fließend, besonders wenn es um die nächsten beiden Ebenen 3 und 4 geht…

Wie wichtig ist Mode - Bedürfnispyramide - Teil 2

Hier sehen Sie ein paar Basics in ebenfalls schlichter Ausführung, die für meinen beruflichen Alltag – als ich im PR-Management startete – zu meiner Grundausstattung gehörten. Ein einfacher Hosenanzug bzw. ein Kostüm, eine klassische Bluse, eine dunklere Jeans, ein schlichter Strickcardigan sowie ein Blazermantel und Slipper oder Schnürhalbschuhe sind in einem Office-Ambiente immer angemessen.

Stufe 3: Kleidung, die zum sozialen Umfeld passt

Jetzt wird es spannend und sehr individuell. Denn jetzt kommt es darauf an, wie sich Ihr soziales Umfeld kleidet und wie sehr Sie sich dem Gruppenzwang unterwerfen, um „dazuzugehören“ oder zumindest nicht (unangenehm oder angenehm?) aufzufallen.

Was glauben Sie: Wieviel Ihrer Kleidung und Ihrer Accessoires besitzen und tragen Sie, da „man das eben in Ihrem Umfeld, in Ihrer Region, bei Ihren Freunden“ so trägt?

Hier liegen Stufe 1 und 3 eng beisammen, wenn Sie sich in Kreisen bewegen, in denen Sie schon herausstechen, wenn Sie etwas vom Praktisch-Unauffälligen der Stufe 1 abweichen oder sich ein bisschen fein machen.

Es ist nicht leicht, diesem sozialen Druck zu widerstehen und auch nicht immer sinnvoll. Denken Sie beispielsweise an Feste und Feierlichkeiten mit einem bestimmten Dress Code, an den Sie sich – zumindest in etwa, in Ihrer persönlichen Version – gerne halten möchten.

Auch kann es durchaus sein, dass die Art von Kleidung, die in Ihrem Umfeld getragen wird, auch Ihren Werten und Bedürfnissen entspricht – in gleicher Weise, wie Sie sich in Ihrem sozialem Umfeld gerne aufhalten und wohl fühlen.

Nur wenn Sie spüren, dass Sie sich in einer modischen Zwangsjacke befinden und Angst davor haben, gesellschaftlich sanktioniert zu werden, sobald Sie sich modisch entwickeln, höhere Ansprüche haben oder sich kreativ ausleben – siehe Stufe 4 und 5 -, dann ist vielleicht allmähliches Umdenken angesagt…

Stellen Sie sich die Frage:

  • Was würde wirklich passieren, wenn ich modisch einfach das mache, worauf ich Lust habe? Hätte das wirklich so schlimme Konsequenzen? Und könnte ich damit immer noch gut leben?
  • Andererseits: Welchen Leidensdruck hätte ich auf Dauer auszuhalten, wenn ich mich nicht modisch auslebe oder das Beste aus mir mache?
  • Fallen Sie vielleicht nur positiv auf und werden insgeheim sogar dafür bewundert, dass Sie sich trauen, anders – Sie selbst – zu sein?
  • Haben diese Menschen, die Sie kritisch betrachten, wirklich nur das Beste für Sie im Sinn? Oder sind es vielleicht nicht ganz selbstlose oder ehrenwerte Motive, die hier zum Vorschein kommen…
  • Ist also mit meiner modischen „Andersartigkeit“ vielleicht sogar nur eine Art „natürliche Auslese“ verbunden, die zeigt, wer mir wirklich wohlgesinnt ist?

Meine Antwort darauf wäre eindeutig:

Mode als Ausdruck von geteilten Werten und Vorlieben – immer gerne, wenn es denn auch wirklich mein Stil ist. Mode als Anpassung im Sinne von Dress Codes – selbstverständlich, das gehört für mich zum guten Ton. Den eigenen modischen Geschmack nicht ausleben aus Angst vor gesellschaftlichen „schrägen Blicken“ – niemals!

Wie wichtig ist Mode - Bedürfnispyramide - Teil 3

Ich habe nur wenige Kleidungsstücke und Accessoires im Schrank, die ich trage, um mich an das Umfeld anzupassen. Dazu gehört Kleidung für festliche Anlässe, beispielsweise das Kleine Schwarze oder ein elegantes Kleid, zu dem dann auch passende Pumps gehören. Dazu kommt ein Dirndl, das ich in Bayern für entsprechende Anlässe benötige.

Stufe 4: Kleidung als Statussymbol und Lifestyle-Genuss

„Das habe ich mir verdient, den Luxus gönne ich mir.“ So oder so ähnlich könnte man das Motto in dieser Stufe der Bedürfnispyramide der Mode beschreiben.

Für alle Grundbedürfnisse ist bestens gesorgt, das nötige Mode-Budget ist vorhanden, die Karriere läuft, die Lebensleistung kann endlich auch in einen genüsslichen Lifestyle umgesetzt werden – zumindest ab und zu.

Sie haben die Macht – sprich: Möglichkeit -, sich bestens auch mit luxuriöseren Kleidungsstücken und Accessoires zu versorgen.

Die Basics, die für die Grundbedürfnisse der Stufe 1 und 2 ausreichten, werden Stück für Stück durch hochwertigere Modelle ersetzt. Mode ist Ausdruck Ihrer beruflichen Position oder Ihres Lifestyles und Sie genießen es, dass Sie sich das ein oder andere besondere Stück leisten können.

Endlich wird die lang ersehnte Designer-Handtasche oder das teure Seiden-Foulard gekauft. Die Luxusuhr macht es sich am Handgelenk bequem und die Stoffe Ihrer Kleidung werden qualitativ hochwertiger.

Leider gibt es auch eine weniger erfreuliche Seite dieser Bedürfnisstufe. Manche gehen jetzt dazu über, sich mit „Must-haves“ und „It-Pieces“ oder angesagten Trends auszustatten, um den eigenen gesellschaftlichen Status zu untermauern. Logomania, Mode-Opfer und Shopping-Süchtige lassen grüßen.

Hier verschmelzen Stufe 3 und 4 zu einer status-orientierten Gemenge-Lage. Mode wird als Instrument genutzt, um zu demonstrieren: Ich habe es geschafft. Ich gehöre zu den Erfolgreichen. Ich habe mir etwas erschaffen. Und jeder soll (darf, kann?) es sehen.

Nicht verwunderlich ist: Die Luxusgüterindustrie lebt äußerst gut von dieser Stufe der Bedürfnispyramide.

Andererseits: Warum sollte man sich nicht auch einmal für Leistung belohnen und etwas Besonderes gönnen dürfen? Solange es nicht in Shopping-Orgien und maßlosen Überfluss ausartet.

Und auch Trends sind kein Teufelszeug, wenn es den Look zeitgemäß macht und zum Stiltyp passt – siehe Stufe 5.

Wie wichtig ist Mode - Bedürfnispyramide - Teil 4

Mit dem beruflichen Erfolg kamen auch ein paar Luxusteile in meinen Schrank, die ich mir schon lange gewünscht hatte. Eine Chaneljacke, eine Rolexuhr, Diamant-Ohrstecker, Handtaschen von Tod’s und Aigner sowie ein Trenchcoat samt passendem Schal von Burberry waren darunter. Diese Stücke hätte ich auch in Stufe 5 einordnen können, als ich sie damals gekauft habe, da sie meiner persönlichen Ästhetik entsprechen. Allerdings habe ich mich seitdem stilistisch weiterentwickelt und nicht mehr alle Teile würden heute in Stufe 5 landen… Sie sind aber immer noch typische Statussymbole und wirken entsprechend.

Stufe 5: Kleidung als kreative Spielwiese und Selbstausdruck

Wie kann Mode dazu beitragen, das eigene Potenzial zu entfalten? Auf vielfältige Weise.

Zum einen ist Mode eine Form von Kunst und Design. In ihrer höchsten Form geht es um nichts Geringeres als das Streben des Menschen nach Schönheit, Ästhetik und optischer Harmonie. Der kreative Gestaltungsdrang des Menschen ist unermesslich. Daher haben Hochkulturen schon immer die atemberaubendsten Kunstwerke hervorgebracht.

Wird Mode unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, entstehen die Kreationen der Haute Couture. Diese sind zwar nicht immer tragbar oder gar praktisch, dennoch erzählen sie vom unglaublichen Reichtum der menschlichen Vorstellungskraft.

Nur wenige Menschen können sich solche Kreationen leisten. Aber es macht einfach Freude, diese  zu betrachten – auf dem Laufsteg oder nach Jahr(hundert)en im Mode-Museum. Genauso wie der Besuch eines Kunst-Museums, ist die Beschäftigung mit Modedesign eine Art ästhetische Bildung und damit eine Art der Selbstentwicklung.

Darüber hinaus können Sie Mode auch als eine Kunstform betrachten, die Sie selbst aktiv ausüben. Indem Sie Ihre Garderobe sorgfältig auswählen – und zwar unter ästhetischen wie stilistischen Kriterien – und täglich ansprechende Outfits kombinieren, die Ihre Persönlichkeit ins beste Licht rücken.

Wenn Sie Ihre Kleidung und die Entwicklung ihres ganz persönlichen Stils aus dieser Perspektive betrachten, dann ist die Beschäftigung mit Mode alles andere als oberflächlich oder eitel. Sie entspringt dem tiefen Bedürfnis nach Selbstentfaltung und ist eine Form der Selbstverwirklichung.

Nur die Kleidung, die Ihren ästhetischen Anspruch sowie Ihr innerstes Bedürfnis nach kreativem Selbstausdruck erfüllt, gehört in diese höchste Ebene der Bedürfnispyramide der Mode. Und zwar unabhängig davon, ob es sich dabei um ein teures Designerlabel, den angesagtesten Trend oder irgendeinen Look handelt, mit dem Sie auffallen wie ein bunter Hund 😉

Das sind Sie, das sind Ihre Vorlieben, Ihre Ästhetik, Ihre Freude am (Schön-)Sein.

Wie wichtig ist Mode - Bedürfnispyramide - Teil 5

Hier sehen Sie eine Auswahl an Kleidungsstücken und Accessoires, die wichtige Key-Pieces für meinen persönlichen, stilistischen Ausdruck sind. Nicht alle davon sind Luxusteile, die meisten aber von hoher Qualität. Viele Stücke sind eher lässig, lustig, rockig oder puristisch. Die Schuhe sind verziert und eher klobig, die Blazer scharf geschnitten. Für festliche Gelegenheiten würde ich einen Damensmoking bevorzugen – weder Kleid noch Rock.

Wie wichtig ist Mode also wirklich?

Sie sehen, die tatsächliche Bedeutung von Mode und Kleidung ist nicht einfach zu fassen. Sie kann völlig unterschiedlich ausfallen, aus völlig unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und bewertet werden.

  • Wirtschaftlich gesehen ist Mode ein Milliardenmarkt und für viele Länder eine Schlüsselindustrie für ihre volkswirtschaftliche Entwicklung.
  • Gesellschaftspsychologisch gesehen hat Mode immer eine sozial verbindende oder abgrenzende Wirkung – je nachdem, wie Sie Mode einsetzen.
  • Wissenschaftlich ist bewiesen, dass Mode Ihre Lebensziele, ein positives Lebensgefühl und Ihr Selbstbewusstsein unterstützt.
  • Individualpsychologisch kann Mode eine Spielwiese zur Selbstverwirklichung sein. Ob Sie nun dieses höchste Bedürfnis der Stufe 5 über Mode ausleben wollen oder lieber auf eine andere Art, ist eine sehr persönliche Entscheidung.

Ein kleiner Tipp an dieser Stelle:

Richtig interessant wird es, wenn Sie sich fragen, wie die Kleidungsstücke und Accessoires, die Sie auf Ihrer Bedürfnispyramide in Stufe 1 bis 4 eingeordnet haben, aussehen müssten, wenn sich diese in Stufe 5 befinden würden…

Wie auch immer Ihre Antworten ausfallen: Sie werden nicht darum herumkommen, Ihr eigenes Verhältnis zu Mode zu definieren. Dieses kleine Gedankenspiel rund um die Bedürfnispyramide der Mode kann Ihnen jedoch dabei helfen, sich selbst und Ihre Einstellung zu Mode zu verorten.

Auf welcher Stufe der Bedürfnispyramide für Mode befinden Sie sich gerade?

Fühlen Sie sich mit dem Status Quo wirklich absolut wohl und „angekommen“?

Würden Sie sich gerne modisch weiterentwickeln? Und vor allem: mit welchem Ziel?

Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare!