Modetrends für Frauen über 40 - Frühjahr/Sommer 2020 - Farben, Muster und Stoffe
In jeder Saison präsentieren uns die Modedesigner dieser Welt neue Kreationen. Doch nicht alle davon sind für Frauen über 40 gleichermaßen schmeichelhaft. Ich habe Ihnen die wichtigsten Modetrends Frühjahr/Sommer 2020 für Frauen über 40 zusammengestellt – inklusive der ein oder anderen Warnung vor Mode-Fettnäpfchen. Der zweite Teil des Modeflüsterin-Trend-Barometers beschäftigt sich mit Farben, Mustern und Stoffen. In welche davon sollten Sie sich jetzt hüllen?

Das Trend-Barometer wird in 4 Teilen veröffentlicht:

Hier finden Sie die Kleidungsstücke des Trend-Barometers (Affiliate-Links*):

* Die hier gezeigten, teilweise sehr teuren Stücke wurden zur besseren Veranschaulichung ausgewählt.

Die Trendfarben der Saison: Ein Regenbogen ist nichts dagegen…

Denken Sie an einen Regenbogen und Sie werden alle Farben darin im Trendspektrum wiederfinden – irgendwie. Aber genau auf dieses „irgendwie“ kommt es in der kommenden Saison an.

Denn nicht alle Rot-, Blau-, Grün-, Gelb- oder sonstigen Töne sind gleichermaßen angesagt. Da braucht Frau schon ein gutes Händchen für Farben, um trendy zu sein!

Am besten nähert man sich dieser Farbenpracht der Reihe nach:

“Classic Blue” oder “Faded Denim”?

Unterschiedlicher könnten zwei Blautöne nicht sein: Zum einen das kräftigere, dunklere Marineblau namens „Classic Blue“. Zum anderen das sanfte, blasse, helle „Faded Denim“, das – wie der Name schon sagt – einem ausgebleichten Jeansblau am nächsten kommt.

Sanfte, luftige Sommerbrise oder satt-blauer Nachthimmel unter Sternen? Sie dürfen in dieser Saison wählen! Wie schön! Denn beide Blautöne werden in verschiedenen Varianten präsent sein und Sie können ganz einfach nach persönlichem Farbtyp oder Vorliebe zugreifen.

Rot, Roter, „Scarlett Red“ – oder doch lieber Orange?

Rot- und Orangetöne sind wieder (oder immer noch) angesagt.

Dabei gibt es in dieser Saison sowohl kräftige, klassische Rottöne mit etwas kühlerem Vibe – eine Art Scharlachrot – als auch ins Orange tendierende Nuancen gleichermaßen.

Wer das Spiel auf die Spitze treiben möchte, greift gleich zu Knall-Orange. Oder zur helleren und pastelligen Variante „Coral Pink“, einer Mixtur, die in etwa zwischen heller Koralle und Rosa angesiedelt ist.

Wie immer gilt: Je mehr ein Rotton auch Gelbanteile in sich trägt, desto eher ist er nur für warme Farbtypen geeignet.

Als kleiner, kühler Kontrast erweist sich da das pastellige Lavendel mit seinem etwas höheren Blauanteil, das ebenfalls über viele Laufstege schweben durfte.

Das Fazit in Sachen Rot:

Es gibt zwischen den überwiegend warmen Rot- und Orangetönen auch einige kühlere Rot-Nuancen, sodass alle Farbtypen auf ihre Kosten kommen dürften – und zwar in knalliger und pastelliger Version. Wie schön!

Gelb wie Sonne, Sand und Safran

Die Farbe Gelb war selten so präsent wie in dieser Saison. Es gibt sie in sanft über kräftig sonnig bis hin zum erdigen Gewürz-Gelb.

Und sogar die neutrale Farbe der Saison: Sand trägt enorm viel Gelbanteil in sich.

  • Oft sind es die Gelbtöne, die für den Retro-Look so typisch sind und dort vor allem mit Orange sowie mit einem warmen Braunton, der an Zimt erinnert, kombiniert werden.
  • Aber auch gelbe Blüten auf üppigen Prints sind dabei – der Dschungel ruft.
  • Sand wiederum ist eine der wichtigsten Farben für den Safari-Look.
  • Und schließlich spielen auch monochrome, recht knallige Versionen von Gelb auf dem Laufsteg mit.

Mit Gelb ist das immer so eine Sache. Denn Gelb ist eigentlich per se ein warmer Farbton. Je mehr er jedoch in Richtung Zitrone oder sogar ins grünliche Limone tendiert, desto kühler wird es.

Was mit Gelb immer gut funktioniert, sind frische Farbspritzer im Outfit. Wenn Sie also ein kühler Farbtyp sind, dann bedeutet das: nur das kühlste Zitronengelb ist für Sie tragbar – und notfalls auch nur in kleiner Dosis. Aber mit Weiß und „Classic Blue“ zusammen ergibt sich ein herrliches Ensemble!

Modetrends FS 2020 - Farben

Schwarz-Weiß-Kontrast

Dieser Trend ist eigentlich ja kein Trend, sondern ein Evergreen für kühle Farbtypen: Schwarz und Weiß wird jetzt wieder häufig kombiniert – in ganzen Outfits oder in einzelnen Kleidungsstücken. Oder einfach in monochromatischen ganz weißen oder schwarzen Looks.

Das ist für Sie als kühle Frau eine der leichtesten Übungen: Einfach alles aus dem Schrank holen, was schon längst da ist und wild zu neuen sommerlichen Kompositionen zusammenwürfeln. Fertig ist der zeitgemäße Look.

Wenn es nur immer so einfach wäre!

Neonfarben im All-over-Look

Was sich in den vergangenen Saisons schon etwas angedeutet hatte, bricht jetzt durch: Neonfarben in allen Schattierungen – sehr gerne aber vor allem in Orange und Gelb! – sind Trend. Und zwar im All-Over-Look.

Locker fließende A-Linien-Kleider in Neon-Orange wurden selbstbewusst auf den Laufstegen präsentiert – ein Reigen aus Sommer-Spaß und überbordendem Optimismus.

Und schon lassen sich einige Fashionistas zum Ausspruch verleiten: Neon sei das neue Schwarz! Wer‘s glaubt…

An dieser Stelle wieder ein kleines Habt-Acht-Zeichen von meiner Seite:

So knallige Farben stehen nur den wenigsten Frauen wirklich! Aber wenn es Ihnen Spaß macht: bitte schön! Bitte gern! Der Sommer soll ja schließlich gute Laune machen.

Monochromatische Ensembles

Trotz aller Farbenpracht und prägnanten Mustern im Retro-, Streifen- oder Dschungel-Design: Auffällig häufig wurden für die kommende Saison monochromatische Kompositionen gezeigt.

Das bedeutet: Wählen Sie eine der oben bezeichneten Farben oder einfach nur Schwarz und Weiß als ihre Lieblingsfarbe der Saison aus und tragen Sie sie einfach von Kopf bis Fuß. Dann sind Sie trendtechnisch ganz vorne mit dabei.

Neue Muster sind alte Muster – nur ein bisschen wilder

An der Muster-Modefront gibt es viel Altbekanntes mit ein paar wilden Neuerungen.

Polkadots

Polkadots sind wohl DAS Muster der Saison. Die fröhlichen Punkte gibt es in allen – wirklich allen! – Größen und auch Mischungen. Das macht viele klassische Looks äußerst feminin. Und das bedeutet: Polkadots lassen weibliche Eleganz ganz leichtfüßig erscheinen.

Nadelstreifen

Nadelstreifen werden vom Klassiker zum Spielplatz für Mode-Experimente: kreuz und quer, schmal und breit, schlicht und aufgerüscht – es gibt keine Spielart und auch kein Kleidungsstück, das dem klassischen Streifenmuster in dieser Saison entkommt.

Sie lieben Streifen? Dann erhalten Sie in dieser Saison eine noch größere Spielwiese.

Florale Blüten- und Tropen-Motive

Das haben sowohl die eher femininen Blütenprints, als auch die eher wilden, abenteuerlichen Tropenmuster gemeinsam: Sie sind bunt, laut, auffällig.

Das ist nicht für jede Frau das Passende. Aber wenn es passt, dann haben Sie einen Easy-Sommer-Look im Gepäck: Kombinieren Sie diese Statement-Teile einfach mit Ihren neutralen Farben, addieren Sie große Creolen-Ohrringe (dem Accessoire Nummer Eins der kommenden Saison; siehe Teil 4 des Trend-Barometers) und Sie werden unangestrengt brillieren.

Und noch ein Tipp: So bunte, prägnante Muster tragen auf. Wenn Sie aber darauf achten, dass der Hintergrund des Musters dunkel ist, dann können Sie das wunderbar ausgleichen.

Modetrends FS 2020 - Muster

Schlange und Animal sowie Karomuster bleiben einfach da

Die beiden Klassiker Animal Print und Karomuster dürfen abermals im Fashion-Karussell mitspielen. Ob man da überhaupt noch von Trend sprechen kann, ist fraglich.

Vor allem Schlangenmuster sind nach wie vor überall präsent. Und Karos hören einfach nicht auf, sich selbst immer wieder neu zu erfinden.

Wenn diese beiden Muster zu Ihren Lieblingen zählen, dann werden Sie auch in der kommenden Saison in den Geschäften reichliche Auswahl haben. Und das ist ja nie verkehrt.

Die dominanten Materialien im Frühjahr/Sommer 2020

Pocahontas, Hippie-Mädchen, exzentrische Dame, Glamour-Queen oder doch lieber Jeans-Girl? Für alle Stiltypen hat die Mode die passenden Stoffe und Materialien bereit.

Und auch Damen mit einem kleinen Hang zur Exzentrik werden in diesem Frühjahr/Sommer eine wunderbare Auswahl an Stoffen und dekorativen Details vorfinden.

Leder und kein Ende in Sicht

Dominant sind die Leder- und Kunstleder-Modelle, die überall zu sehen waren. Ob Glatt- oder Wildleder – die Designer haben auch für die wärmeren Monate vieles im Gepäck, was an Leder erinnert.

Leder und Kunstleder wird zwischenzeitlich wirklich zu allem verarbeitet, was zur Modewelt gehört: Röcke, Hosen, Hemden, Kleider, Westen, Blazer, Jacken und Mäntel. Und es kommt in allen Farben daher – auch viele knallige Varianten sind dabei.

„Leder im Sommer? Wirklich?“, könnten Sie sich jetzt fragen. Zurecht, wie ich meine.

Wenn Sie Glück haben, dann finden Sie tatsächlich ein Kleidungsstück in einem etwas leichteren, dünneren Leder. Wenn Sie möglichst wenig schwitzen möchten, dann würde ich an dieser Stelle noch einmal kurz überlegen, ob das wirklich notwendig ist…

Das ist ein Trend, der vor allem Lederreinigungen freuen dürfte.

Plissee

Aus Plissee-Stoffen werden jetzt sogar ganze Kleider zusammengesetzt. Wer spricht hier noch vom (vergleichsweise braven) Midi-Plisseerock! Wenn Sie jetzt im Fashion-Reigen ganz vorne mittanzen möchten, dann setzen Sie auf Plissee an Ärmeln, Röcken, Blusen und Kleidern. Und zwar möglichst auffällig und extravagant.

Ob sich wohl diese riesige Origami-Kunst vom Laufsteg auch bald auf der Straße bewegen wird? Und wie praktisch ist das eigentlich? Muss man das bügeln, wenn es knittert?

Fragen über Fragen, die sich hier auftun…

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Modeflüsterin-Akademie - Stil für starke Frauen über 40


Federn

Wenn es kein Plissee sein soll, dann ist es eben Federn-Pracht. Und zwar ebenfalls nicht zurückhaltend! Wer möchte nicht ab und zu einmal ein Paradiesvogel sein? Zumindest im Modeparadies dieser Saison ist das ganz leicht möglich. Sogar Taschen wurden schon gefiedert gesehen!

Anmutungen an den lustigen Vogel in der Muppets-Show inklusive. Figürliche Überlegungen völlig überflüssig.

Ich frage mich die ganze Zeit, wie man wohl einen Rock, der über und über aus Federn besteht, reinigt? Wie man sich darin in einem Cafè auf die zierlichen Bistrostühle setzt?

Wenn Sie es herausfinden wollen: Bitte unbedingt Bescheid geben!

Metallic-Materialien bringen Frauen zum Strahlen

Auch das glamouröse Glitzern im Modehimmel hat sich noch nicht verabschiedet. Nach wie vor werden viele metallisch schimmernde Materialien zu Mode verarbeitet.

Ganz vorne mit dabei: Metallic-Leder! Gesichtet sogar als Hotpants!

Aber auch Slipdresses, Kleider und Hosenanzüge aus Satin sorgen für das gewünschte Schimmern. Sie erinnern sich: der Lingerie-Stil lässt grüßen!

Wenn Sie eine Stilmix-Queen sind, dann dürfen Sie in den kommenden Monaten ganz viele Experimente wagen, wie Sie diese glamourösen Materialien in einen legeren Sommerlook integrieren. Das funktioniert durchaus. Mit dem richtigen Glamour-Girl-Gen.

Oder Sie bleiben ganz einfach bei metallischen Schuhen und Taschen… Das wäre dann eine leichte Übung.

Modetrends FS 2020 - Stoffe und Materialien

Makramee und Häkelstoffe werden salonfähig

Bei Makramee und Häkeloptik denken Sie jetzt wahrscheinlich zuerst an die Hippie-Ära der 60er und frühen 70er Jahre. Da liegen Sie durchaus richtig.

Was in den kommenden Monaten jedoch dazukommt, ist die ungewöhnliche Verbindung dieser Materialien mit couturig anmutenden Kleidern und Tops. Sogar bodenlange Prachtkleider wurden in Maschenoptik gesichtet.

Hier kommt der Einfluss der modernen Klassik zur Geltung. Auch eigentlich dem Hippie-Flair angehörige Materialien werden jetzt möglichst damenhaft verarbeitet.

Das bietet vor allem reiferen Damen mit Hippie-Stilanteil eine Chance, diesen Teil ihrer Stil-Persönlichkeit auszuleben. Aber auch nur dann…

Spitze bleibt

Auch hierbei kann wohl kaum von einem Trend gesprochen werden.

Wichtig an dieser Stelle ist der Hinweis: Spitze wird derzeit hauptsächlich aufgrund Ihrer Transparenz eingesetzt. Und noch genauer: Da sie bei der Dessous-Produktion häufig eingesetzt wird. Und das wiederum ist dem Lingerie-Trend geschuldet (siehe Teil 1 des Trend-Barometers).

Je mehr die Spitze, die Sie tragen, also an ein Dessous-Stück erinnert, desto mehr liegen Sie damit im Trend. Alles klar?

„Double Denim“ oder der „Texan Tuxedo“

Zwei Anglizismen, die das Gleiche bedeuten: Sowohl das „doppelte Jeansmaterial“ als auch der „texanische Smoking“ spielen auf das gleiche Phänomen an. Wenn Sie Jeans am Ober- und Unterkörper gleichzeitig tragen, dann gehören Sie jetzt zur Fashion-Elite.

Man könnte auch sagen: Wenn Jeans, dann aber richtig. Dabei kommen vor allem Vintage-Kombinationen zum Einsatz.

Jeans plus Jeanshemd oder Jeans plus Jeansjacke sind allerdings nicht ganz so leicht zu kombinieren, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn dabei kommt es auf die passende Waschung an.

Sie können also entweder darauf achten, dass Ihre blauen Jeans-Stücke perfekt zusammenpassen – wie dies auf den Laufstegen der Fall war. Oder Sie machen sich keinen Kopf und kombinieren gleich unterschiedliche Jeans-Farben miteinander. Also weißen mit schwarzem Denim. Oder blauen mit schwarzem Denim. Oder weißen mit grauem Denim. Oder oder oder…

Auf was es bei Jeans sonst noch so ankommt, das erfahren Sie dann im nächsten Teil des Trend-Barometers. Dann geht es um die angesagten Schnitte und Key Pieces der Saison.

Haben Sie schon ein Auge auf eine bestimmte Farbe, ein Muster oder ein Material geworfen? Was spricht Sie an? Und was passt zu Ihrem Stil? Ich bin gespannt, von Ihren Trend-Experimenten zu hören!